Kreuzbund: Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige - Kreuzbund Lünen
Foto-Alkohol

Alkoholkrank - WAS IST DAS? ...

Die Abhängigkeitserkrankung ist eine Krankheit,
die unausweichlich zum Tode führt, wenn es nicht gelingt,
den Verlauf zu unterbrechen,
mit dem Ziel einer lebenslänglichen zufriedenen Abstinenz.
Das heißt:
Die Abhängigkeitserkrankung ist eine Krankheit, die nicht geheilt,
aber wie jede chronische Erkrankung zum Stillstand gebracht werden kann.

Jeder Alkoholkranke meint zunächst, seine Krankheit sei das Trinken.
Natürlich macht auch das Trinken krank.
Aber die eigentliche Krankheit ist die Unfähigkeit,
mit seinen negativen Gefühlen klarzukommen.
(Ängste, Hemmungen usw.)

Alkohol ist in Wahrheit nicht die Krankheit,
sondern sein Mittel, mit dem er seine wirkliche Krankheit bekämpfen will
also sein "Medikament" dagegen.
Da aber jeder Alkoholkranke zunächst nur den Alkohol
als sein Problem ansieht, versucht er immer,
nur den Alkohol zu bekämpfen und scheitert damit,
weil er sich in Wirklichkeit die dringend benötigte "Arznei" wegnimmt.
Es kommt zum Rückfall.
Darum kann er auch nicht gewinnen.
Er muss etwas gegen seine negativen Gefühle tun
(Aufarbeiten).

Psychische Abhängigkeit
ist das unstillbare Verlangen, die bekannte Wirkung des Suchtstoffes
erneut zu erfahren und den Konsum fortzusetzen.
Sie ist somit der Motor jeder süchtigen Entwicklung.

Sie kommt vermutlich dadurch zustande, dass der Alkohol eben nicht
zum Lustgewinn getrunken wird, wie die meisten glauben.

Die Betroffenen kommen aus allen Gesellschaftsschichten.
Die Suchterkrankung zieht sich durch alle Alters- und Bildungsschichten -
Selbständige, Arbeiter, Angestellte, Ingenieure, Priester, Ärzte, Politiker usw.
Erschreckend ist,
dass das Durchschnittsalter der Suchtkranken immer geringer wird.
Die Fachleute sprechen von ca. 100.000 suchtkranken Kindern und
Jugendlichen in Deutschland im Alter zwischen 10 und 14 Jahren.

Suchtmittelabhängigkeit ist eine Krankheit und keine Willensschwäche.
Der Weg hinein ist langsam und schleichend;
der Weg hinaus steinig und schmerzhaft.
Eine Krankheit,
bei der die Gene des Körpers und die Psyche nicht mehr im Einklang sind.
Es ist eine Krankheit mit immer noch vielen Rätseln.
Aus den Klauen dieser Abhängigkeit können sich die meisten Kranken
mit eigenem Willen nicht mehr befreien.

Er braucht Nächstenliebe, mitmenschliches Verständnis und fachliche Hilfe.
Wir wissen, das zu verstehen ist nicht leicht,
denn der Alkoholkranke macht es seinen Mitmenschen oft schwer.
Solange er nicht auffällig wird,
wirkt alles normal und die Umwelt akzeptiert ihn.
Wenn der Konsum an Suchtmittel aber zunimmt,
sein Verhalten sich störend verändert,
dann treten Schwierigkeiten mit der Familie,
Freunden und dem Arbeitgeber auf.

Wie leicht fällt es uns,
andere zu verurteilen und abzulehnen,
ohne dass wir genügend über die Andersartigkeit (Krankheit) wissen.
Der Abhängigkeitskranke braucht Verständnis,
aber auch Hilfe durch eine klare konsequente Haltung.
Ablehnung und Verachtung treiben ihn noch tiefer in die Einsamkeit und Isolierung,
womöglich in Verzweiflung und Tod.
Oft zerstört negatives Verhalten auch bei den Angehörigen die Hoffnung,
anstatt ihnen Mut zu machen,
Halt und Zuversicht zu geben und Wege zur Hilfe anzubieten.

Auch wenn sie schon ohne Erfolg versucht haben,
ihr Alkoholproblem zu lösen.
Geben Sie sich eine neue Chance!
Lassen Sie sich helfen!

Es ist keine Schande, abhängig zu sein,
aber eine Schande, nichts dagegen zu tun !


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